Die Einführung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) sowie Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) sind im Unternehmen zunächst mit einem nicht zu unterschätzenden Aufwand und natürlich auch mit Kosten verbunden. Dennoch gibt es zahlreiche Gründe, die eine solche Investition nicht bloß rechtfertigen, sondern als sehr lohnenswert aufzeigen.

Krankheitsbedingte Fehlzeiten, Fluktuation und Produktivitätsverlust verursachen Kosten

19,4 Tage blieb im Schnitt jeder Arbeitnehmer 2017 seinem Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen fern. Diese Zahl ist Studien zufolge in den letzten 10 Jahren um knapp 80 % gestiegen. Bei psychischen Erkrankungen ist die Fehlzeit dabei durchschnittlich doppelt so lang wie bei physischen. Arbeitsausfälle und Fehlzeiten verursachen im Unternehmen stets Kosten: Löhne müssen fortgezahlt und die fehlende Arbeitskraft kompensiert werden, es kommt entweder zu Mehrarbeit durch Kollegen oder zu Verzögerungen im Betriebsablauf.

Gleichzeitig erscheint etwa jeder zweite deutsche Berufstätige auch dann zur Arbeit, wenn er sich krank fühlt. Dieser im Gegensatz zum krankheitsbedingten Absentismus stehende Präsentismus mindert kurzfristig die Produktivität im Unternehmen und führt durch Verschleppung von Krankheiten oder Ansteckung der Kollegen oft mittel- oder langfristig zu Personalausfällen. Achten Mitarbeiter nicht genügend auf sich und ihre Gesundheit, laufen sie Gefahr, arbeitsunfähig oder so unzufrieden zu werden, dass sie ihren Job freiwillig verlassen – als Folge steigt die Fluktuation im Unternehmen.

Durch BGM Kosten reduzieren und Zufriedenheit steigern

BGM und BGF helfen nachgewiesenermaßen dabei, krankheitsbedingte Kosten zu senken und die Mitarbeitermotivation ebenso wie die Produktivität im Unternehmen zu erhöhen. Mitarbeitern wird ein Rahmen geschaffen, in dem sie sich mit ihrem persönlichen Wohlbefinden und ihrer Gesundheit auseinandersetzen und beides positiv beeinflussen können.

Somit können Fehlzeiten um bis zu 25 % reduziert werden. Der Return on Investment (ROI) von BGMMaßnahmen liegt dadurch in Bezug auf Fehlzeiten bei 2,70 Euro – durch jeden in BGM investierten Euro können 2,70 Euro durch verringerte fehlzeitenbedingte Kosten gespart werden.

Zudem sind gesunde Mitarbeiter zufriedener und leisten in Folge bessere Arbeit. Sie verfügen über eine erhöhte Motivation, sind fokussierter und belastbarer. Dies spiegelt sich nicht nur in einer nachweisbaren Qualitätssteigerung wider, sondern auch in einer erhöhten Kundenzufriedenheit. Unternehmen können durch BGM und BGF also ihre Wettbewerbsposition spürbar verbessern.

BGM als Wettbewerbsvorteil in Zeiten des demografischen Wandels

Der demografische Wandel steht für eine alternde Gesellschaft: Arbeitnehmer müssen zunehmend länger arbeiten. Dies muss ihnen jedoch gesundheitlich möglich sein, sie selbst ebenso wie Arbeitgeber stehen in der Verantwortung. Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements zielen auf einen dauerhaft besseren Gesundheitszustand des Mitarbeiters ebenso wie ein nachhaltig optimiertes Arbeitsumfeld ab, in dem das Wohlbefinden der Arbeitnehmer Priorität hat. BGM ist eine langfristige Investition in die Gesundheit der Mitarbeiter und damit auch eine Investition in die Zukunft des Unternehmens.

Außerdem stellen BGM und BGF wertvolle Vorteile im sogenannten „War for Talents“ dar, im Kampf um junge Talente. Jüngere Generationen haben oftmals andere Ansprüche an Arbeitgeber als die ihnen vorangegangenen. So spielen monetäre Werte und Sicherheit häufig eine geringere Rolle, als
andere Anreize wie zum Beispiel eine gute Work-Life-Balance. Ein attraktives Gesundheitsmanagement nimmt darauf Rücksicht und kann für junge Arbeitnehmer ein ausschlaggebendes Argument sein, sich für ein Unternehmen zu entscheiden.

BGM und BGF lassen Unternehmen also in vielerlei Hinsicht profitieren: Krankheitsbedingte Kosten werden gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit unter anderem durch gesteigerte Produktivität und Mitarbeiter- ebenso wie Kundenzufriedenheit erhöht. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen im Markt als attraktiver Arbeitgeber.